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Die Gestütschronik

Das Gestüt Trukenbrod wurde Anfang der 70er Jahre von Roland Trukenbrod und seiner Frau Helga Trukenbrod gegründet. Als Eltern von Helene, Ralf und Stephan leben diese auf dem Betrieb.

 

Roland T. beim Schneckenloher Umzug (links)

 

1972

 

1997

 

Zedersdorfer (v. Zyklon / Gamin) 1994

 

In seinem Heimatdorf Schneckenlohe nahm Roland Trukenbrod bereits an Turnieren teil, so gewann er z.B. 1956 den Geländeritt in Coburg, zu welchem er mit seinem Pferd Bubi von Schneckenlohe aus kurzfristig hingeritten ist, da er auf Grund des Wetterumschwungs sein Heu nicht mehr einfahren konnte.

 

Der spätere Altbürgermeister von Zedersdorf machte sich auch in der Politik einen Namen. Mit der Wahl zum Bürgermeister 1966 und dem Beitritt zur CSU begann sein kommunalpolitisches Engagement. Nach dem Anschluss Zedersdorfs an die Gemeinde Sonnefeld wurde er zum Ortssprecher gewählt und wirkte so ein Jahrzehnt als 1. Vorsitzender. Über Jahre hinweg war er Gemeinderat in Sonnefeld, seit 1990 hatte er einen Sitz im Kreistag und stellte sein Wissen und Können im Sportbeirat, im Beirat zur Volkshochschule, im Musterungsausschuss und im Umweltausschuss zur Verfügung. Darüber hinaus war er über viele Jahre hinweg Ortsobmann des Bayerischen Bauernverbandes, arbeitete in der Vorstandschaft des Milchliefervereins und versah das Amt des Vorsitzenden der Zedersdorfer Feuerwehr.

Roland Trukenbrod verstarb 2011 friedlich in seinem Zuhause.

 

Roland Trukenbrod übernahm den Hof in Zedersdorf mit der Geburt seines jüngsten Sohnes Stephan 1972 von seinem Schwiegervater.

 

Bevor Roland Trukenbrod 1973 seinen Einstieg in die Zucht mit den Stuten Stella und Flicka begann, führte er den landwirtschaftlichen Betrieb zunächst nur als Bauernhof mit Rinder- und Hühnerhaltung und Lotte, dem Kaltblutpferd des Schwiegervaters.

 

Der Schwiegervater Arno Stauch mit Kuh und dem Pferd Fritz

bei der Feldarbeit

 

Arno Stauch mit Lotte

 

In den Genuss des Reitens kam er dann regelmäßig im Nachbardorf Bieberbach, dessen bekannter Reitverein bis heute zahlreiche große Turniere veranstaltet. 

 

Sein erstes eigenes Pferd erwarb Roland Trukenbrod 1968 von Herrn Hummel in Sonnefeld - das Fohlen Winnetou, welches zunächst in der alten Milchkammer und im alten Entenstall untergebracht wurde.

 

Später wurde Winnetou wieder auf Auktion verkauft und Roland Trukenbrod erwarb die beiden Fohlen Stella und Flicka.

 

Schon bald führte er Stella und Flicka eigenhändig in den 7 km entfernten Ort Mitwitz, um sie dort bei der staatlichen Deckstation von den Hengsten Mahatma und Polarstern decken zu lassen. Die daraus resultierenden Hengstfohlen Mahal und Polaris verkaufte er später auf Auktion. Polaris konnte sich in der S-Dressur erfolgreich einen Namen machen.

 

 

Polaris 1981

 

So brachten die Stuten Stella und Flicka weitere zahlreiche Fohlen hervor, welche unter anderem die Grundlagen der Zucht bildeten.

 

Geburt von Marquise Albert

 

Nach seiner Hüftoperation 1993 konnte Roland T. leider nicht mehr reiten, doch die Pferdezucht lag ihm nach wie vor am Herzen.

Eine bedeutende Rolle für die Zucht spielten aber vor allem die Stuten Gamin und Grapina, die Roland Trukenbrod 1980 in Zangersheide 2-jährig für 16.000 DM und 14.000 DM kaufte.

 

Der Hengst Grosso Z, Vater des von L. Beerbaum gerittenen Goldfever, ist der Halbbruder der Goliathtochter Gamin.

 

Grapina wurde bald zum Lieblingspferd von Stepahan Trukenbrod, mit welchem er in jungen Jahren im Springen bis zur L-Klasse erfolgreich war. Gamin vererbte ihr ernomes Springvermögen bis in die heutigen Linien.

 

Stephan Trukenbrod mit seiner Grapina

 

Durch den Neubau eines Stalles und einer Reithalle 1984/85 sind die Weichen für Stephan Trukenbrod gelegt worden. 1989 wurde zusätzlich noch ein benachbarter Stall gepachtet.

 

Der Hallenbau

 

Hallenerweiterung 1995 / 96

 

1991 erwarb Roland Trukenbrod für seinen Sohn Stephan die Stute Almira von Herrn Wolfgang Löhr, der seither eine enge Freundschaft mit der Familie pflegt. Almira und Gamin sollten die Stammstuten vieler heutiger Pferde werden. 

 

Stephan T. auf Almira

 

Roland Trukenbrod erinnert sich noch genau an ein "ungewolltes" Zuchtergebnis - als die erst zweijährige Gamin auf der Koppel unbeabsichtigt von dem Hengst Firebird (aus der Stute Stella) gedeckt wurde. Aus dem Stutfohlen Goldi gingen dann einige Pferde hervor, die teilweise heute noch auf dem Hof stehen, wie z.B. Karl Gustav, Sir Roland, Senora, Lauser, Abraxas, Abrakadabra, Gina oder Wind`s Bride.

 

 

Firebird 1983

 

 

 

Leonardo (v. Ladykiller xx / Wachholder) 1992

 

Goldi (v. Firebird / Gamin)

mit Lauser (v. Leonardo) 1992

 

La Le Lu (v. Leonardo / Gamin) 1992

 

Mit der Betriebsübernahme 1993 durch die Söhne Ralf und Stephan löste man dann schließlich die Rinderhaltung auf. Der Kuhstall wurde 1994 zum weiteren Pferdestall umgebaut und die Reithalle erweitert.

 

Die landwirtschaftlichen Aufgaben übernahm zunächst der Bruder Ralf vorwiegen alleine, während sich Stephan der Pferdehaltung widmete. Mit diesen Veränderungen kamen dann auch die ersten Pensionspferde in das Gestüt.

 

Ab 1992 betrieb das Gestüt für 10 Jahre auch die Leihhengsthaltung des Haupt- und Landgestüts Schwaiganger; heute werden die Stuten vorwiegend zu den Deckstationen gebracht.

 

Am 14. Juli 1997 vernichtete durch Brandstiftung ein Feuer die Feldscheune und brachte durch den Verlust der gelagerten Erntevorräte und Maschinen einen Schaden von 300000 DM. Alle 16 Jungpferde konnten gerettet werden.

 

 

Seit der Betriebsteilung 2003/04 widmet sich Ralf Trukenbrod vor allem der Hühnerhaltung. Landwirtschaft und Pferdehaltung unterliegen seitdem alleine Stephan Trukenbrod.

 

 

 

 

Stephan Trukenbrod - Ein Portrait


Stephan Trukenbrod mit seiner Familie


Geboren am 13.08.1972 entdeckte der heutige Pferdewirt und Pferdewirtschaftsmeister Stephan Trukenbrod bereits als Junge im

Alter von 9 Jahren seine Liebe zu Pferden. Nachdem ihn sein Vater

Roland Trukenbrod zunächst mit dem Nachbarsmädchen zu Reitstunden

ins nahegelegene bekannte "Reiterdorf" Bieberbach schickte, entwickelte

er bald eigenes Interesse, und von nun an war seine Begeisterung nicht

mehr zu bremsen.

 

Noch heute erinnert er sich an jenen großen Augenblick seiner Konfirmation, 

als er vom Vater sein erstes eigenes Pferd geschenkt bekam - seine Lieblingsstute Grapina:

 

 

Sein Vater übergab sie mit den Worten: "Damit du keine Lügen mehr sagen musst", denn Stephan nannte sie immer >meine Grapina< .

Mit ihr begann er seinen eigentlichen Einstieg in den Turniersport und erzielte bereits Siege bis Klasse L:

 

 

Zahlreiche Pferdegenerationen aus der Zucht seines Vaters wurden seitdem von Stephan Trukenbrod geritten.

 

Stephan T. bei der Frankenschau in Nürnberg 1988

 

Stephan T. mit Hengst Arnstein joggend

 

Seine dreijährige Ausbildung zum Pferdewirt / Reiten absolvierte Stephan Trukenbrod  bei Herrn Kurt Kößling in Röttenbach und machte 1991 seinen erfolgreichen Abschluss. 1998 legte er auch die Prüfung zum Pferdewirtschaftsmeister für Zucht und Haltung ab.

 

Stephan T. in der Lehre

 

Auf einer seiner Weiden in Plesten hielt Stephan Trukenbrod etwa vier Jahre lang auch Hochlandrinder:

 

 

1992

 

 

Neben vielen Erfolgen im Dressur- und Springsport zeichnet Stephan Trukenbrod auch das Vielseitigkeitsreiten aus. Seinen Schwerpunkt legte er aber schließlich im Springen. Seit über 20 Jahren startet er für den Reit- und Fahrverein Sonnefeld und Umgebung e.V. (Bieberbach).

Hier ein paar Impressionen:

 

Senora (v. Senator xx / Goldi)

 

Gräfin (v. Windgraf / Gamin)

 

Lauser (v. Leonardo / Goldi)

Fire (v. Floral / Nixe)

 

Argus (v. Arnstein /Gamin)

 

Lauser (v. Leonardo / Goldi)

 

Fürst (v. Floral / Flicka)

 

Aramina 4-jährig (v. Arnstein / Almira)

 

Madame (v. Caretello B / Manissa)

 

 

Aroxa (v. Regen I / Aramira ) 2005

 

 

Nach der Betriebsübernahme 1993 konnte er sich bis heute auch mit den Pferden aus seiner eigenen Zucht  einen Namen im Springsport machen - 

- über den fränkischen Bereich hinaus.

Unter ihrem alleinigen Reiter Stephan Trukenbrod durchlief die legendäre Stammstute Almira die Klassen A-S:

 

 

Aber auch der Vererberhengst Windgraf, den er ebenfalls durch alle Klassen bis zur Schweren ritt und der Vater zahlreicher heutiger Pferde von Stephan Trukenbrod ist, spielte in seiner Karriere eine nicht unwichtige Rolle:

 

Einen Einschnitt ins Leben erhielt der junge Mann 1996 bei den Fränkischen Meisterschaften in Münchberg, als sich der Hengst nach seinem zweiten erfolgreichen S-Springen mit Stephan Trukenbrod im Transporter erschrocken hatte und man den Reiter bewusstlos zu Füßen des Pferdes vorfand.

 

Mit schweren Kopfverletzungen wurde er per Hubschrauber in die Klink "Hohe Warte" in Bayreuth befördert und dort operiert, wozu man ihn für zwei Wochen ins künstliche Koma legte.

 

Anschließend erfolgte ein Reha-Aufenthalt in Bad Neustadt, wo er viele Dinge wieder von vorne erlernen musste. Doch glücklicher Weise gelang es ihm, relativ schnell wieder ins normale Leben zurück zu finden, so dass er die Klinik nach sechs Wochen verlassen konnte und sich mit der Zeit wieder seiner geliebten Reiterei zuwand,  jedoch mit daraus resultierenden Veränderungen.

 

Fränkische Meisterschaften in Münchberg 1996

S-Springen mit Windgraf - der letzte Ritt im "alten Leben"

 

 

Als Familienvater führt Stephan Trukenbrod heute mit Freude seinen Pensionsstall, kümmert sich um Ausbildung von Pferd und Reiter, betreibt seine eigene Landwirtschaft, unterrichtet BGJ-Schüler und widmet sich, trotz der vielfältigen Aufgaben seit der Betriebsumstrukturierung, vor allem seinen Einstellern und seiner Nachzucht, die er nach wie vor eigenhändig ausbildet und im Turniersport vorstellt. Hierbei umfasst der Schwerpunkt des Turnierreitens nun nicht mehr die hohen Klassen des Springreitens sondern das Vorstellen der Jungpferde.

Gemeinsam mit seiner Frau und den Töchtern lebt er in einem Haus etwas abseits des Betriebes.

 

Pferde sind seine Berufung, er betrachtet sie in ihrer Verschiedenheit als Partner und schätzt deren Individualität und Persönlichkeit.

 

 

(Letzte Aktualisierung dieser Seite: 23.01.2012)